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Der Shim Sham

Jeder kennt ihn oder hat ihn zumindest schon mal gesehen: Den Shim Sham, der in unseren Breitengraden meistens zum Song „ `T Ain’t what you do“ von Jimmie Lunceford getanzt wird und aus einer Choreographie von Solo Jazz Schritten zusammen gesetzt ist. Dabei kursieren verschiedene Versionen in der Lindy Hop Welt, denn der Shim Sham war ursprünglich ein Steptanz von Willie Bryant und Leonard Reed, der später von Swing Tänzern übernommen und abgeändert wurde. Die wohl bekannteste Version stammt von Frankie Manning und wird zu jedem Anlass getanzt. 

Der Shim Sham ist eine gute Gelegenheit, um seine Zehenspitzen in die Welt des Solo Jazz einzutauchen: Die Schritte sind leicht zu erlernen und die Musik ist eingängig. Wer einmal angefangen hat, Solo-Choreos zu üben, wird merken, wie die Kreativität auch für den Paartanz Lindy Hop beflügelt wird. Außerdem macht es einfach Spaß, sich zu Musik zu bewegen, egal ob alleine oder zu zweit! 🙂

Aber der Shim Sham ist auch noch aus einem weiteren Grund wichtiges Element des Lindy Hop: Die Choreographie ist so etwas wie ein Denkmal, der lebende Beweis für eine andere Zeit. So wie wir heute den Shim Sham tanzen, so wurde er vor fast 100 Jahren schon getanzt. Lindy Hop allgemein entwickelt sich immer weiter und wird von allen Kulturen geprägt. Und das ist toll! Aber der Tanz zur Swing-Musik, wie sie in den ’20ern und ’30ern des vorangegangenen Jahrhunderts gespielt wurde, ist in seinen Grundzügen erhalten geblieben und wird von Tänzern auf der ganzen Welt am Leben erhalten.

Der Shim Sham erinnert mich daran, dass es Swingtanz seit Generationen gibt, er erinnert mich an Frankie Manning, ohne den unsere Lindy Hop Szene wohl ganz anders aussehen würde. Es gibt nicht viele Tänzer der ursprünglichen Swing Generation, von denen wir lernen können (oder konnten). Daher ist es umso besonderer für mich, dass Choreos wie der Shim Sham heute wieder getanzt werden. 

Wer also die social-freie Zeit nutzen möchte und seine Shim-Sham-Füße entstauben möchte, dem empfehle ich die folgenden Videos:

Die Schritte
Die Routine mit Musik

Und wer eine schriftliche Gedankenstütze braucht: Shim Sham

Viel Spaß beim Tanzen!

„The Track“ – Podcast

Unter den Lindy-Hop-/ Swingdancing-Podcasts ist „The Track“ ein echtes Schmankerl. Der Host Ryan Swift führt in jeder Folge sehr ausführliche und tiefgründige Interviews mit den Größen der internationalen Swingszene: Swing-Tänzer oder -Musiker, Teacher, DJs oder Event-Organisatoren. In den bis dato 49 Folgen hatte Ryan schon Interviewpartner wie Jo Hoffberg, Skye Humphries, Gordon Webster oder Felix Berghäll zu Gast. Auch zwei Legenden, welche leider schon von uns gegangen sind, konnte Ryan interviewen: Norma Miller und Dawn Hampton.

Die Interviews behandeln je nach Gast ein breites Spektrum an Themen, welche die Lindy Hop Welt ausmacht oder gerade bewegt. Über Werdegänge, Vorbilder, aktuelle Trends oder auch aktuelle Projekte der Gesprächspartner wird ausführlich geplauscht.

Schaut doch mal in die Folgenübersicht – bestimmt sind hier ein paar Größen der Szene dabei, deren spannende Geschichten für euch Interessant sind.

Also – ab auf die Couch, schnappt euch euer Lieblingsgetränk und was Leckeres zu snacken und los geht´s mit „The Track“!

Website: http://www.thetrackpodcast.com/

PS: Warum eigentlich „The Track“? Das war damals der Spitzname für den Savoy Ballroom in Harlem, New York. Aufgrund seiner langgezogenen, schlauchartigen Tanzfläche wurde er eben „The Track“ – also auf Deutsch „die Spur“ oder „die Schiene“ genannt. You´re welcome 🙂

Mit Hirn, Charme und Pistole – Miss Fisher ermittelt im Australien der zwanziger Jahre

Bei der Eingangsmusik – ein flotter Charleston – möchte man schon durchs Zimmer tanzen. Das ist ein guter Anfang.

Miss Fisher ist eine Krimiserie aus Australien. Aber nicht nur das: Sie spielt in den zwanziger Jahren und versprüht jede Menge Flair. Schöne Frisuren, Flapper-Kleider und Hosenträger, Oldtimer-Autos, Zirkusartisten, Fliegermützen. Wer das mag, kommt schon alleine deswegen auf seine Kosten. Doch es zählt ja nicht nur die Szenerie. Daher ein paar Worte zur Handlung.

Phryne Fisher ist eine selbstbewusste und unkonventionelle selbst ernannte Detektivin, die sich mit Sympathie und viel Koketterie und mit Hilfe ihrer treuen Zofe in die lokalen Mordfälle einmischt. Dabei kommt sie immer wieder dem Polizeiinspektor und seinem schüchternen Gehilfen in die Quere. Mehr oder weniger zusammen lösen sie meist ziemlich verzwickte Mordfälle vor den verschiedensten Kulissen.

Tod auf der Zugfahrt, im Zirkus, auf dem Jahrmarkt oder in der abgelegenen Villa, bei Zauberern, Fotomodellen oder Rennfahrern. Die Schauplätze und Milieus sind abwechslungsreich und die Macher verstehen es gut, sie genauso dazustellen, wie wir sie uns vorstellen würden. Und nicht selten schlüpft Phryne selbst in eine der Rollen, um den Mörder zu entlarven.

Die Stimmung wechselt zwischen düster und heiter – ein paar unanschauliche Leichen und Schreie im Dunkeln, aber auch eine flirtende Detektivin, gewitzte Taxifahrer-Freunde und ein Butler mit trockenem Humor. Dafür, dass als Krimiserie eigentlich die Auflösung der Fälle im Mittelpunkt steht, ist auch die Rahmenhandlung erstaunlich ausgebaut, in sich schlüssig und macht Spaß.

Alles in allem eine gelungene Serie. Überzeugt euch selbst.

Ausstrahlung: Am Freitag, 8. Mai um 20.15 Uhr startet Servus TV „Miss Fishers mysteriöse Mordfälle“ wieder von vorne, beginnend mit der Pilotfolge „Willkommen in Melbourne“. Auch in der Mediathek sind die Folgen dann zu sehen: www.servustv.com/mediathek Auch bei Amazon und Netflix gibt es die Folgen.